Osteopathie

Die Osteopathie existiert bereits seit 1874. Begründet bzw. entdeckt wurde sie von Andrew Taylor Still, John Martin Littlejohn und William Garner Sutherland, wobei ersterer als „Vater der Osteopathie“ bezeichnet wird. 

Sie ist eine ganzheitliche Therapieform und wird zum größten Teil nur mit den Händen praktiziert. Bereits der „Vater der Osteopathie“ hat die fünf osteopathischen Prinzipien definiert, welche unabdingbar miteinander verbunden sind und somit den ganzheitlichen Aspekt der Therapieform widerspiegeln.

Diese fünf Prinzipien sind:

  • Bewegung als Grundlage des Lebens
  • Zirkulation und Fluss in den Gefäßen
  • Der Mensch als untrennbare Einheit
  • Die unabdingbare Beziehung von Struktur und Funktion
  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte

 

Daneben lässt sich die Osteopathie in die drei Säulen der parietalenkraniosakralen und viszeralen Osteopathie unterteilen:

  • Die parietale Osteopathie umfasst den muskuloskelettalen Bereich des Körpers, also die Arbeit an Knochen, Gelenken, Bändern und Muskeln. Dieses Teilgebiet wurde schon von Beginn an durch Andrew Taylor Still erforscht und praktiziert.
  • Die kraniosakrale Osteopathie umfasst die Behandlung vom Schädel bis zum Kreuzbein und wurde besonders durch den Osteopathen Wiliam Garner Sutherland geprägt.
  • Die Behandlung der inneren Organe, der Blutgefäße sowie der Lymphbahnen stellt die viszerale Osteopathie dar. Sie wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts durch Andrew Taylor Still erforscht und praktiziert, bekam durch Jean-Pierre Barral am Ende des 20. Jahrhunderts jedoch nochmals einen Aufschwung und erfuhr eine Verfeinerung. 

 

Auch wenn die Osteopathie theoretisch in diese Säulen unterteilt wird, sind sie in der Praxis gleichermaßen und unabdingbar miteinander verbunden. Alle drei Teilbereiche werden immer zu gleichen Anteilen in die Untersuchung und Behandlung integriert, was erneut das ganzheitliche Prinzip der Osteopathie widerspiegelt.  

Es werden sowohl direkte als auch indirekte Behandlungstechniken angewandt. Die Manipulation von Gelenken oder die Mobilisation von Organen stellen dabei Beispiele direkter Behandlungstechniken dar. Hingegen sind Muskelenergietechniken (MET), bei denen mit der Muskelanspannung gearbeitet wird, und bestimmte Behandlungen der Faszien, Beispiele indirekter Behandlungstechniken innerhalb der Osteopathie. Die Auswahl und Anwendung von Behandlungstechniken werden immer individuell auf die PatientInnen und ihre Beschwerden abgestimmt.

Durch die Ganzheitlichkeit der osteopathischen Therapie wird der gesamte Körper in die Untersuchung miteinbezogen. So kann es vorkommen, dass die Ursachen von Symptomen an ganz anderen Stellen des Körpers aufgefunden werden als vorher vermutet. 

Die Osteopathie stellt eine alternative Heilmethode dar. Sie ersetzt bei bestimmten Krankheitsbildern aber keinesfalls die konventionelle bzw. schulmedizinische Behandlung, kann diese aber sinnvoll ergänzen.